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Aktuelles

Die Aktivsenioren können nicht nur Existenzgründern zur Seite stehen, sondern auch gestandenen Unternehmen erfolgreich auf die Sprünge helfen. Dies zeigt das aktuelle Projekt mit der Pfennigparade.

Fragt man Peter Weber nach seinem beruflichen Hintergrund, lautet die Antwort: „Ich bin Experte für nichts.“ Seinen Kindern hat der ehemalige Unternehmensberater seinen Job gern so erklärt: „Ich trinke Kaffee, telefoniere viel und esse Kekse.“ Eine ziemliche Untertreibung. Denn seine Aufgabe ist es, die Probleme des Kunden zu durchdringen, die geeigneten Experten zusammenzubringen und deren Problemlösungen dem Kunden schließlich verständlich zu machen, damit der entsprechend agieren kann. Diesen Job übernahm der Allrounder auch bei dem Projekt der Aktivsenioren mit der Pfennigparade.

Die erste Herausforderung bestand darin, überhaupt zu verstehen, was die Pfennigparade genau macht. Bildung, Arbeit, Wohnen und Therapie, das sind die Säulen des Sozialunternehmens mit Hauptsitz in München. Sinn und Zweck ist es, sich um Körperbehinderte zu kümmern – in allen Lebenslagen. Von der Kindertagesstätte bis zum Wohnen für Senioren. 1500 körperbehinderte und 1500 nicht körperbehinderte Menschen sind in den insgesamt 16 Tochtergesellschaften beschäftigt. Um drei dieser Töchter, die BKG, die PSG und die SIGMETA, ging es bei dem Projekt mit den Aktivsenioren.

Dazu muss man die Säule „Arbeit“ genauer betrachten: In den sogenannten klassischen Werkstätten tun dies schwer- und oftmals mehrfach körperbehinderten Menschen. Hier geht es darum, ihnen eine Perspektive zu geben, ein soziales Umfeld, eine Tätigkeit. Dies funktioniert nur über staatliche Zuschüsse.

Dann gibt es einen Arbeitsbereich, in dem Körperbehinderte beschäftigt sind, die über eine besondere Qualifikation verfügen, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium. Dies vor allem in der IT, dem kaufmännischen oder gewerblich technischen Bereich. Zusammen mit der Inklusionsgesellschaft SIGMETA betrifft dies rund 320 Angestellte mit normalen sozialversicherungspflichtigen Verträgen und marktgerechten Gehältern. Eine staatliche Förderung gibt es dafür nicht: „Das sind drei Unternehmen – die BKG, PSG und SIGMETA – die wir komplett selbst finanzieren. Durch Aufträge, die wir übernehmen“, erklärt Ulla Neuner, Prokuristin der Pfennigparade.

Unter den Auftraggebern sind durchaus namhafte Konzerne wie BMW, Munich Re oder Robert Bosch. „Ich glaube, es gibt in diesem Bereich kein anderes Sozialunternehmen, das derart gut aufgestellt und wettbewerbsorientiert arbeitet wie wir“, erklärt Dirk Höpner, einer der Geschäftsführer. Denn auch die Unternehmen der Pfennigparade müssen sich den Ausschreibungen der Konzerne und damit dem Markt stellen. „Das ist die zentrale Herausforderung“, ergänzt Höpner, „wir müssen wettbewerbsfähig sein. Und da haben wir offensichtlich ein paar Nachteile.“

Nachteile, die die Experten der Aktivsenioren mit den Verantwortlichen der einzelnen Gesellschaften in gemeinsamen Sitzungen und Workshops spezifizierten, strukturierten und mit Konzepten und Lösungsansätzen versahen.

Ulla Neuner war es, die den Kontakt zu den Aktivsenioren aufnahm. Wie kann man die verschiedenen Kompetenzen und Dienstleistungen der drei Unternehmen klammern und sinnvoll anbieten, wie neue Kunden akquirieren. Vertrieb und Marketing, diese Baustellen waren schnell ausgemacht. Ein erstes Treffen mit den Aktivsenioren Peter Weber, Horst Eckl, Franz-Josef Risch, Wolfgang Hang und Andreas Gut, eine Angebotspräsentation und los ging´s.

Wolfgang Hang, Wirtschaftsingenieur und fast 40 Jahre in den verschiedensten Funktionen bei BMW tätig, sieht sich selbst in dieser Runde „nur als Back-up“. Dabei hat er mit seinem Hintergrundwissen bei einem der größten Auftraggeber der Pfennigparade die Kundenzufriedenheit validiert. Ergebnis: Hervorragend, es gibt keine Unzufriedenheit.

Die Aktivsenioren, fast alle aus leitenden Funktionen, verfügen über umfassende Kontakte und Kompetenzen, in ihren Reihen befinden sich Ingenieure, Kaufleute, Vertriebler, Marketingspezialisten, Leasingexperten: „Wir können aus dem Vollen schöpfen, um für Projekte dieser Art Kompetenzteams aufzustellen“, erklärt Andreas Gut.

Der Werbeprofi hat sein Berufsleben lang Firmen positioniert und repositioniert, also ganz gezielt und nach Plan deren Stärken und Qualitäten an die Öffentlichkeit gebracht. Für die Gesellschaften der Pfennigparade erstellt Gut ein 15-seitiges Marketingkonzept, eine komplette Repositionierung. Im Marketing-Sprech: Von der Vision über die Mission, die User Benefits bis hinunter zur Werbeaussage, dem Claim. Sein Fazit: „Man muss die erklä-rungsbedürftigen Leistungen der Pfennigparade erlebbar machen.“

Sechs unterschiedliche Geschäftsfelder untersuchten die Aktivsenioren. „Sie haben in die Tiefe gebohrt“, berichtet Ulla Neuner, „wo sind wir stark, was können wir gut nach außen tragen, wie können wir Schwächen auffangen.“ Horst Eckl und Franz-Josef Risch waren diese „Tiefen-Bohrer“. Sie erstellten sogenannte SWOT-Analysen für die verschiedenen Bereiche, entwickelten einen ganzen Katalog an Maßnahmen und feilten an Vertriebsplänen. „Wir mussten lernen, dass die Entscheidungskriterien gemeinnütziger Gesellschaften andere sein können, als die in der freien Wirtschaft“, erklärt Franz-Josef Risch, Experte für das Management für Dienstleistungen. Das war nicht einfach. Doch die Leute bei der Pfennigparade gehen sehr engagiert zu Werke, nehmen ihre Managementaufgaben ernst und übernehmen Verantwortung für ihre Mitarbeiter. „Und deren Tätigkeiten sind kompetent und qualifiziert, keine Hilfsarbeiten“, ergänzt Risch.

Auch bei der Pfennigparade wird die Zusammenarbeit mit den aktiven Senioren von allen Seiten gelobt. Diverse Maßnahmen sind bereits in die Zielvereinbarungen der einzelnen Geschäftsfeldleiter aufgenommen worden. Die Gratwanderung eines sozial ausgerichteten Unternehmens, das im internationalen Wettbewerb bestehen muss, war und ist eine Herausforderung. „Wir brauchten professionelle Hilfe. Die haben wir bekommen“, sagt Ulla Neuner. Jetzt gehe es an die Umsetzung des umfangreichen Maßnahmenkatalogs. Auch hierbei hofft Dirk Höpner auf weitere Unterstützung der Aktivsenioren. „Dieser Blick von außen ist sehr wichtig. Das hilft“, sagt der Geschäftsführer und wünscht sich einen regelmäßigen Austausch.

Die ehrenamtlich tätigen Aktivsenioren freut die Anerkennung und die Annahme ihrer Arbeit. Natürlich stehen sie auch weiterhin für einzelne Fragen zur Verfügung.

"Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe“, betont Horst Eckl, der als Vertriebsexperte schon einige Start-ups erfolgreich an den Markt gebracht hat. „Wir sagen, wo die Probleme sind und zeigen, wie man sie lösen könnte.“ Wobei es keinesfalls um „Besserwisserei“ gehe, erläutert Risch. Die Aktivsenioren bringen hohe Kompetenz und wirtschaftliches Knowhow mit, aber sie lieben die Herausforderung und lernen gern dazu. Das gemeinschaftliche Tun mit ihren Klienten ist ihnen wichtig. „Das Pfennigparaden-Projekt war für uns eine spannende Erfahrung. Tätigkeiten dieser Art können wir auch für andere leisten“, so Risch.

Wer also kompetente Ratgeber für sein Unternehmen sucht und ein paar Kekse übrig hat, der sollte sich vertrauensvoll an Peter Weber und seine vielen Kollegen wenden – die Aktivsenioren.