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Aktuelles

Seit rund zwei Jahren haben sich mit Unterstützung der IDM Südtirol fruchtbare Kontakte zwischen der mittelständischen Wirtschaft in Südtirol und dem Aktivsenioren Bayern e.V. entwickelt. So konnten bereits mehrere Unternehmer und Betriebe bei ihren geschäftlichen Vorhaben ober beim Entree in süddeutsche Märkte auf das Know-how und die Beratungsleistungen dieses gemeinnützig tätigen Vereins zugreifen. Nach dieser Phase des „Warmlaufens“ und den wechselseitig guten Erfahrungen ist nun die Entscheidung gereift: das Modell „Aktivsenioren“ soll in den kommenden zwei Jahren auch in Südtirol etabliert werden und der dortigen Geschäftswelt zusätzliche Impulse geben. Dies war das Thema einer gut besuchte Pressekonferenz am 26.11. in der Handelskammer zu Bozen.

Die Regie für dieses Projekt hat der aus Brixen stammende Unternehmer und Manager Hard Noflatscher übernommen. Unterstützt wird er bei seinen Arbeiten zum Aufbau eines entsprechenden Vereins von den Kollegen aus München /Umland, namentlich dem dortigen Regionalleiter Otto Beck. Zusätzlichen Rückenwind gibt es noch von anderer Seite. „Wir arbeiten bei diesem Vorhaben eng mit der Handelskammer, den Verbänden, den Gemeinden sowie IDM Südtirol (Innovation Development Marketing) und dem NOI -Techpark Südtirol zusammen“, unterstreicht Hard Noflatscher.

Der für Südtirol gewissermaßen als Blaupause dienende Aktivsenioren Bayern e.V. wurde vor 35 Jahren in München aus der Taufe gehoben. Eine Handvoll Ruheständler hatte damals das Ziel, Existenzgründer und kleinere Betriebe mit Rat und Fachwissen auf Flughöhe zu bringen oder sie aus schwierigen Lagen zu befreien – gegen einen geringen Kostenbeitrag, den sich die Nachfragenden auch leisten können. Inzwischen ist daraus ein in allen bayerischen Regierungsbezirken präsenter Verein von mehr als 400 Mitgliedern geworden. Alles ehemalige Unternehmer, Selbständige sowie Führungs- und Fachkräfte aus Wirtschaft und Verwaltung, die im Ruhestand ihre umfassende Berufs- und Lebenserfahrung ehrenamtlich und uneigennützig weitergeben, um

  • junge Gründer bei der Businessplanung zu unterstützen und sie mit den vielen Anforderungen und Hürden auf dem Weg ins Unternehmerleben vertraut zu machen;
  • kleinen und mittleren Firmen bei der Bewältigung ihrer Probleme Orientierungshilfe zu geben und damit Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten;
  • auch in Sachen Nachfolge-Regelung für die Ratsuchenden vernünftige Lösungswege aufzuzeigen;

„Das breite Wissen und die Erfahrungen vieler Pensionäre und Rentner ist einfach zu wertvoll, um dieses Potenzial ungenutzt ruhen zu lassen“, betont Reinhold Heiß, der Sprecher des Vorstands der Aktivsenioren. Allein im Jahr 2018 haben die Aktivsenioren bayernweit zum Beispiel gut 5200 Beratungsstunden für mehr als 550 Existenzgründungen geleistet; weitere 5000 Stunden sind in den 48 gemeinnützigen Bildungsprojekten investiert worden. Diese positive Entwicklung habe sich laut Heiß 2019 fortgesetzt. In der Erfolgsbilanz seit der Gründung stehen mehr als 30 000 Beratungen für Existenzgründer und kleinere Betriebe, durch die mehr als 50 000 Arbeitsplätze erhalten bzw. neu geschaffen werden konnten. Über 2000 Schülern konnten die Aktivsenioren überdies zu einer Lehrstelle verhelfen.

„Es ist einfach ein sehr gutes Gefühl, als Ruheständler im Ehrenamt einen Beitrag für unsere Wirtschaft und Gesellschaft zu leisten“, erklärt Heiß das Engagement seiner Kollegen. Ob in Bayern oder Südtirol: Die Freude am Gelingen spiele dabei eine ebenso große Rolle, wie das Gefühl, weiterhin gebraucht zu werden und den eigenen Praxis- und Wissensschatz zum Wohle der Gesellschaft weiterzugeben. Wie wertvoll der geleistete Beitrag ist, erfahren die Aktivsenioren immer wieder dank zahlreicher Rückmeldungen zufriedener Klienten, die erfolgreich gründen oder kostspielige Fehler und unnötige Risiken vermeiden konnten.

Mittlerweile verfügt der Verein über Kompetenzen aus rund 70 Branchen und Disziplinen, wird aber nicht müde, nach neuen Expertisen Ausschau zu halten oder immer wieder neue Beratungsfelder wie beispielsweise Digitalisierung zu erschließen. „Zudem sehe ich im bayernweiten Netzwerk der Aktivsenioren einen großen Schatz zum Aufbau potentieller Geschäftsverbindungen für unsere Unternehmer“, sagt Hard Noflatscher. Wenn der Verein in Südtirol etabliert sein wird, geht es laut Noflatscher aber um noch viel mehr. Auf der Agenda stehen etwa Beratungsleistungen und Coaching bei

  • Unternehmensgründung / Start-up
  • Unternehmensnachfolge
  • Geschäftsmodell – Analysen
  • Existenzerhalt, Unternehmensführung und – organisation
  • Wachstums-Beratung
  • Finanzielle Schieflage / Unterstützung bei Sanierungsprojekten
  • Digitalisierung

Und die Zielgruppen? Da hat Noflatscher vor allem Handwerker, Klein- und Mittelbetriebe sowie Kaufleute und Dienstleister im Fokus. Aber auch gemeinnützige Institutionen (Genossenschaften, Verbände) sowie öffentliche und halböffentliche Organisationen gehören dazu. Viel Energie soll vor allen in die Gewinnung neuer Mitglieder fließen – etwa bei Unternehmer-Stammtischen, Veranstaltungen der Handelskammer oder bei Messen und weiteren Anlässen, bei denen die Aktivsenioren-Flagge zeigen wollen.

Besonders bei einem Thema scheinen die Erfahrungen und der Rat reifer Unternehmer momentan sehr gefragt zu sein: Human-Resources. „ Der Facharbeitermangel und das Halten der eigenen Mitarbeiter ist für viele Betriebe ein echtes Problem, wo wir Lösungen finden müssen“, bemerkt Hard Noflatscher.