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Aktuelles

Auch gemeinnützige Vereine sollten von Zeit zu Zeit einen objektiven Blick auf ihr Geschäftsmodell werfen und kritisch hinterfragen, ob Organisationsstruktur und IT- Ausstattung noch zeitgemäß sind, die Mitgliederzahl ausreicht, andere Defizite die Entwicklung hemmen und/oder brennende Nachfolgeprobleme auf eine Lösung warten. Es ist ratsam, für diese Überprüfung objektive Berater ins Haus zu holen, die sich sowohl mit den Fragen der Gemeinnützigkeit als auch mit den wirtschaftlichen und organisatorischen Aspekten erfolgreicher Vereinsaktivitäten bestens auskennen.

Genau dies tut das Landratsamt München jetzt mit einem ambitionierten Pilotprojekt zur Beratung gemeinnützig tätiger Vereine. Als Partner holt sich die Behörde die AKTIVSENIOREN BAYERN e.V. ins Boot. Gemeinsam mit dem „Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement“ sollen die Münchner Aktivsenioren im Arbeitskreis der Nachbarschaftshilfen ausloten, wo der Schuh genau drückt und welche Probleme Beratungshilfe erfordern. Bisher haben sich 12 Mitglieder der Region München/Umland für dieses, auch für die Aktivsenioren wegweisende Projekt gemeldet. Natürlich gab es in der bald 35jährigen Geschichte des Vereins schon ähnliche Beratungsaufträge; in dieser Breite und Vielfalt ist es aber auch für die Aktivsenioren einmalig und bedarf intensiver Vorbereitung. Daher trifft es sich gut, dass die Aktivsenioren der Region Oberbayern Nord derzeit zwei interessante Projekte bei gemeinnützigen Organisationen begleiten. Es handelt sich zum einen um die Bürgerhilfe Ingolstadt, die in 11 Kindergärten mit rund 170 Beschäftigten über 700 Kinder betreut. Die andere Organisation ist das Familienpflegewerk des Bayerischen Landesverbandes des Katholischen Deutschen Frauenbundes e.V. in München. Mit seinen 23 regionalen Außenstellen und mehr als 250 Mitarbeitern ist es in ganz Bayern tätig.

Beide Organisationen haben Budgets im mehrfachen Millionen Bereich und sind daher durchaus mit mittelständischen Unternehmen der Wirtschaft zu vergleichen.  Es zeigt sich derzeit immer wieder, dass bei stark wachsenden Sozialreinrichtungen deutliche Defizite auftreten. Denn zumeist werden diese Vereine von ehrenamtlichen Vorständen geführt, die neben ihrer normalen beruflichen Tätigkeit hohe Anforderungen durch das Ehrenamt schultern müssen. Eine "Herkulesaufgabe", vor allem dann, wenn - wie häufig im gemeinnützigen Segment - eine klare Management- und Führungsstruktur sowie ein aktuelles Informationssystem fehlt.

Gerade hier können die Aktivsenioren mit ihrer Erfahrung und Kompetenz einen wesentlichen Beitrag leisten, sagt der für die Finanzen zuständige Vorstand der Aktivsenioren, Gerhard Weiss, der sowohl die Bürgerhilfe in Ingolstadt als auch das Familienpflegewerk in München persönlich begleitet. Seinen Kollegen rät Weiss, zunächst  einmal mit dem Vorstand die richtige, den sozialen Bedürfnissen entsprechende Organisationsstruktur zu erarbeiten und deren Umsetzung zu begleiten. Daneben biete sich der Aufbau eines Informationssystems an, damit die Führungsverantwortlichen zeitnah auf Veränderungen reagieren können. Und schließlich brauchten auch gemeinnützige Vereine Einnahmen, um ihre anspruchsvollen Tätigkeiten durchführen zu können.

Während in einem Wirtschaftsunternehmen Wachstum und Ertrag die Triebfedern des Erfolges sind, steht bei einer gemeinnützigen Organisation vornehmlich der soziale Auftrag und die damit zusammenhängenden Aktivitäten im Mittelpunkt. Für die Beratung liegt hier die Herausforderung, unterstreicht Weiss. Die Berater dürften nie vergessen, dass sie auf einem schmalen Grat zwischen Gemeinnützigkeit und Wirtschaftlichkeit balancieren. Es gilt, die im Wirtschaftsleben erworbenen fachlichen Kenntnisse  erfolgreich in den Dienst der gemeinnützigen Aktivitäten zu stellen. Dies erfordert viel Verständnis und eine gemeinsame Sprache. Im eigenen Verein, der sich seit vielen Jahren erfolgreich schlägt, ohne die Gemeinnützigkeit aus den Augen zu verlieren, klappt dies auch wegen der rein ehrenamtlichen Tätigkeit der Mitglieder gut. Die Herausforderung für die sozialen Einrichtungen seien jedoch unvergleichlich viel größer: „Die meisten müssen nicht nur Angestellte monatlich bezahlen, häufig muss auch mit Krankenkassen und anderen Versicherungsträgern abgerechnet werden“, sagt Weiss. Für ihn steht fest: Gemeinnützige Sozialeinrichten und eine Brise Unternehmertum können eine gute Symbiose bilden. Der Schlüssel zum Erfolg liege in der Harmonie zwischen gemeinnütziger und wirtschaftlicher Ausrichtung.