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Blitzlichter

Manchmal wünscht man sich ein Kochrezept für viele Dinge. Fürs leichtere Lernen von Lesen und Schreiben beispielsweise. Doch da gibt’s was: Das System „Der Lesekoch“ von Siegbert Rudolph.

Es soll als Lesemotivation und in Ergänzung zum Schulunterricht dienen und will Schüler individuell fördern. Doch wie kann das in Coronazeiten weiterlaufen?

Lesen und Schreiben als Handwerkszeug fürs Bildungs- und Berufsleben

Mit dem passenden System geht nicht nur das Kochen geschickt von der Hand. Beim Lesenlernen funktioniert das nach ähnlichem Prinzip. Die Zutaten für letzteres lauten: Geduld, Motivation und langsames, genaues Lesen gemeinsam mit dem Schüler üben. Das ist wichtig. Denn Lesen und Scheiben sind das schulische Handwerkszeug. Wer das nicht beherrscht, tut sich schwerer als nötig, kann sein Potenzial nicht voll ausschöpfen und startet womöglich mit Handicap ins Berufsleben.

Hier helfen die Aktivsenioren im Rahmen ihrer Bildungsprojekte. Denn die Schulen haben nicht die Kapazität, um individuell auf jeden Schüler einzugehen. Die Kinder zeigen eine immer größere Bandbreite in der Entwicklung und kommen häufig mit Störungen aller Art in die Schule. Viele Schulen sind daher dankbar für externe Kapazitäten zur individuellen Förderung von leseschwachen Kindern.

Einfach weiterlesen – mit Netz und doppeltem Sicherheitsfaktor

Aktivsenior Siegbert Rudolph engagiert sich seit zehn Jahren in der Leseförderung. Unter dem Namen „Der Lesekoch“ hat er ein computerbasiertes Leseförderungsprogramm entwickelt. Interessante Informationen zu diesem Lesetraining gibt es in einem hier verlinkten Lesekoch-Tutorial. Diese Einzelförderung erfolgt gemeinsam mit einem Trainer vor Ort in der Schule, musste durch die Coronazeit und Schulschließungen allerdings ruhen. Schließlich sitzen Schüler und Trainer bei der Leseförderung eng beisammen, und die Trainer gehören wegen ihres Alters meist zur Risikogruppe. Aber irgendwann muss die Leseförderung weitergehen – den Schülern muss geholfen werden!

Die drei Schulen, an denen Rudolph Schüler fördert, hat er kurzerhand angeschrieben und Lösungen präsentiert: Durch sein computerbasiertes Lesetraining ist eine Fernbetreuung der Schüler mit Skype & Co. leicht möglich. Ebenso hat er sich sicherheitshalber einen externen Bildschirm für seinen Laptop zugelegt. Damit könnte er den Sicherheitsabstand auch beim persönlichen Training einhalten. Der externe Bildschirm wird mittels 2-Meter-Kabel vom Laptop mit Strom und Bildschirminhalt versorgt.

Corona-Leserezept zündet sofort

Die Mittelschule Zirndorf hat sich nach Rudolphs Corona-Angebot sofort gemeldet. Es geht ums Lesetraining einer Sechstklässlerin, die Rudolph zu Beginn des Schuljahres übernommen hatte. Hier schlug die Schule vor, mithilfe der Plattform Microsoft Teams zu organisieren. Für diese hatte man sich in der Schule nach einer gewissen Anlaufzeit entschieden. So wurde das Lesetraining in den Kalender des Programms mit aufgenommen. Mit Klick auf den Termin sind Schülerin und Trainer online verbunden und können in gewohnter Weise mit den Lesekochübungen trainieren.

Beim ersten Termin stellte Siegbert Rudolph fest, dass ein sechswöchiger Trainingsausfall in der Aufbauphase des Leselernprozesses deutlich spürbar sei. Deshalb sei es wichtig, das Training nicht lange ausfallen zu lassen. Dank kreativer Lösung konnte das Kochrezept für Lesemotivation als Ergänzung zum Schulunterricht weiter gelingen. Rudolph freut sich: „Die Schülerin macht gut mit und holt schnell auf.“ Die Lehrerin, Frau Lochner, freut sich ebenso und bedankt sich für die Unterstützung. Die Flexibilität der Schule und das Homeoffice machen es möglich, dass die Schülerin jetzt täglich am Vormittag trainiert wird. Damit wird das Leseziel schneller erreicht.