Chronik der AKTIVSENIOREN BAYERN e.V.
Daten und Fakten   (Stand Februar 2017)

Gründerjahre

Im Oktober 1984 gründeten sieben engagierte Senioren in München den Verein "Aktion Senioren helfen jungen Existenzen Bayern e.V.".

Was die Gründer bewegte und welche Ziele sie verfolgten, erklärte einer der Gründungsväter, Dr. Heinz Herrmann, damals wie folgt: Wir wollen Jungunternehmern helfen, indem wir sie beraten und unser Wissen kostenlos zur Verfügung stellen. In den letzten fünf Jahren mussten 60 Prozent der Jungunternehmer ihren Laden wieder dicht machen. Wir können helfen, dies zu verhindern!“

Die Anfänge waren bescheiden. Die ersten Gespräche mit zufällig gefundenen Existenzgründern fanden reihum in den Wohnungen und Häusern der Mitglieder statt. Dort wurde auch die unerlässliche Verwaltungsarbeit erledigt.

Obschon sich die Werbung nur auf Mundpropaganda beschränkte, entwickelte sich die Geschäftstätigkeit so rasch, dass schon 1986 eine kleine Geschäftsstelle in der Münchner Thierschstraße eröffnet

werden konnte. Bald danach wurde der sperrige Gründungsname in "AKTIVSENIOREN BAYERN e.V." umgewandelt.

Die Ausweitung der Tätigkeit über München hinaus und die stetig wachsende Mitgliederzahl aus anderen Regionen des Freistaates führten im September 1990 zu dem Vorstandsbeschluss, an anderen Orten Bayerns „Außenstellen“ einzurichten. Bis zum Jahr 1995 wurden in allen bayerischen Regierungsbezirken Außenstellen gegründet, die heute als Regionalbüros Ausdruck der Dezentralisierung des Vereins sind.

Gemäß seiner Satzung wird der Verein von mindestens 3 Vorständen geführt, die alle zwei Jahre von der Mitgliederversammlung gewählt werden. Die Amtszeit der Vorstände wurde im Jahr 2015 auf maximal vier Jahre begrenzt. Diese zeitliche Begrenzung wird auch für die Regionalleiter empfohlen. Ihnen obliegt die Organisation der regionalen Aktivitäten und deren Koordinierung mit der zentralen Geschäftsstelle in München.


Die Vorstände der AKTIVSENIOREN BAYERN e.V. seit ihrer Gründung:

1984 – 1988   Dr. Heinz Herrmann, Ulrich Streicher

1989 – 1994   Dipl.-Ing Horst Meyer

1994 – 1999   Karl Wydra, Dr. Karl Ludwig Pedell, Josef Kirschweng

1999 – 2003   Kurt Lutz, Dr. Kurt Ballreich, Dr. Karl Ludwig Pedell, Dr. Michael Stolz

2003 – 2005   Dr. Jürgen Stagge, Lothar Langer, Peter Schuhmann, Kurt Lutz

2005 – 2007   Dr. Jürgen Stagge, Lothar Langer, Peter Schuhmann, Werner Mack

2007 – 2009   Lothar Langer, Dr. Albert von Spreckelsen, Klaus-Dieter Lucht, Manfred Leinberger, Günter Kolbinger (2008) ersetzt durch Anton Aichele

2009 – 2011   Lothar Langer, Dr. Albert von Spreckelsen, Klaus-Dieter Lucht, Anton Aichele, Günther Habeder

2011 – 2013   Dr. Hermann Mager, Dr. Wolfgang Beyer, Manfred Leinberger, Anton Aichele, Günther Habeder

2013 – 2015   Dr. Peter Ramm, Helga Retsch-Preuss, Franz Griesser

2015 – 2017   Dr. Peter Ramm, Helga Retsch-Preuss, Günther Stodiek

2017 - 2019    Reinhold Heiß, Hans-Joachim Schneider, Gerhard Weiß


Mitte der achtziger Jahre wurde mit Unterstützung der AKTIVSENIOREN BAYERN e.V. und anderer Senioren-Vereine die Bundesarbeitsgemeinschaft "Alt hilft Jung" durch Ministerialdirektor Prof. Oltmanns in Bonn gegründet.
Über diese Verbindung erhielten die Aktivsenioren nach der Wende 1989 die Chance, in den neuen Bundesländern beratend aktiv zu werden.

Beratertätigkeit in den neuen Bundesländern

Die Bundesrepublik Deutschland hatte plötzlich fünf neue Länder, deren wirtschaftliche Basis völlig zerrüttet war. Die vorhandenen Beratungsinstanzen – Industrie- u. Handels- sowie Handwerkskammern, Banken und Sparkassen, Unternehmensberater sowie die neu gebildeten Wirtschaftsfördereinrichtungen – waren alle von der gewaltigen Aufgabe überfordert und reichten alleine nicht aus, den gesellschaftlichen Umbruch von der zentralen Planwirtschaft in föderale, marktwirtschaftliche Strukturen zu gestalten.

Die in „Alt hilft Jung“ gebündelten Seniorenvereine, deren Erfahrungsschatz und Beratungspotential in dieser Situation nützliche Dienste leisten konnte, kamen dank der Weitsicht Prof. Oltmanns zum Einsatz. Er überzeugte den damaligen Wirtschaftsminister Rexroth, dass die Senioren Beratungslücken schließen konnten.

Go East, Alter!
Als die ersten Anfragen aus Bonn bei den AKTIVSENIOREN eintrafen, war der Verein sofort bereit, die Aufgabe Ost – vorzugsweise in den Ländern Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt anzupacken. Unter der Leitung von Max Mühlbauer (später Karl Wydra) wurde die Arbeitsgruppe "Neue Bundesländer" gegründet. Von den rund 100 Vereinsmitgliedern waren etwa 40 im aktiven Einsatz im Osten.

Mit der Beratertätigkeit in den neuen Bundesländern wurde die finanzielle Grundlage für eine solide Geschäftsentwicklung des Vereins gelegt. Der damalige Schatzmeister, Dr. Karl Ludwig Pedell, legte die erarbeiteten Mittel so klug an, dass sie langfristig die wirtschaftliche Sicherheit des Vereins garantierten.

Die Erfahrungen in den neuen Bundesländern waren recht abenteuerlich. In einem Bericht heißt es dazu: “Immer wieder begegnete man Fahrzeugen der Roten Armee, die sich äußerst selbstbewusst auf der Straße breit machten. Unterkünfte waren ausschließlich privat (Hotels gab es noch nicht.) und nicht selten gewöhnungsbedürftig. Das Essen war mehr als bescheiden. Gleichwohl waren alle mit großem Enthusiasmus bei der Sache. Wir brachten den Menschen wirklich Hilfe, die dankbar angenommen wurde.“ Das Bayerische Fernsehen strahlte unter dem Titel "Go East, Alter" eine Sendung über das erfolgreiche Wirken der Aktivsenioren aus.

Insgesamt haben die Aktivsenioren in einem Zeitraum von sechs Jahren in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt nahezu 3000 Beratungen durchgeführt, die zum größten Teil positiv verlaufen sind. Besonders schwierig gestaltete sich die Aufteilung der großen Kombinate, da hierbei die Auseinandersetzungen mit der Treuhand AG und den Banken von den Aktivsenioren äußerste Kreativität, Flexibilität und Fingerspitzengefühl verlangten.

1998 beendeten die Aktivsenioren ihre Tätigkeit in Sachsen und Thüringen. In Sachsen-Anhalt führten Werner Hartmann und Max Mühlbauer die Beratungsaktivitäten noch bis zum Frühjahr 2005 fort. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Aktivsenioren würdigte Prof. Dr. Wolfgang Patzig von der Hochschule Magdeburg–Stendal die Arbeit der Aktivsenioren wie folgt: „Für uns sind die Erfahrungen der Aktivsenioren mit den Spielregeln der Marktwirtschaft, auf die sich unsere Region erst einrichten musste, von großem Vorteil und eine nicht mehr wegzudenkende Unterstützung für unsere strukturschwache Region im Norden Sachsen-Anhalts“.

10 Jahre Aktivsenioren!

Zum zehnjährigen Jubiläum der AKTIVSENIOREN BAYERN e.V. im Jahre 1994 wurde Gründungsvater, Dr. Heinz Herrmann für seine erfolgreiche Tätigkeit mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Ein Jahr später schlossen die Aktivsenioren mit dem Bayerischen Kultusministerium eine „Seniorenpatenschaft für Wissenstransfer“ ab.
Anerkennung fanden die Aktivsenioren auch in Brüssel. Die EU bestätigte 1996 den Verein als „kompetente Beratergruppe für Einsätze in Mittel- und Osteuropa“. Gleichzeitig wurde der damalige stellvertretende Vorstandsvorsitzende Kirschweng in den Verwaltungsrat des europäischen Seniorenverbandes ASEC (Association of Senior European Counsellors) berufen.

Zu diesem Zeitpunkt war der Verein auf rund 150 aktive Mitglieder angewachsen.
Insgesamt waren bis dahin etwa 5000 Kundenanfragen aus Bayern und den neuen Bundesländern bearbeitet worden.

Nicht nur Arbeit, sondern auch Spiel und Spaß

In den ersten 18 Jahren ihres Bestehens haben die Aktivsenioren neben ihrer Beratertätigkeit nie die Geselligkeit und den sozialen Zusammenhalt als prägendes Vereinsmerkmal aus den Augen verloren.

Die jährlichen Mitgliederversammlungen fanden jeweils an zwei Tagen abwechselnd in den verschiedenen Regierungsbezirken Bayerns statt und schlossen Besichtigungen vor Ort oder in der näheren Umgebung mit ein. Im regen Gedankenaustausch lernten sich die Mitglieder und ihre Partner persönlich kennen.

Darüber hinaus gab es von 1990 an jährlich eine sogenannte "Kulturfahrt". Insgesamt wurden in einem Zeitraum von 13 Jahren 15 dieser Kulturfahrten mit 600 Teilnehmern durchgeführt. Sie begannen mit einem Besuch in Berlin und führten in der Folge kreuz und quer durch Mitteleuropa. Entsprechende Reiseberichte befinden sich in den Archiven der Geschäftsstelle. Ganz im Sinne dieses bewussten Vereinslebens wurde auch die Feier zum 20-jährigen Bestehen der Aktivsenioren 2004 in der Hanns-Seidl-Stiftung mit einer Festrede von Staatssekretär Hans Spitzner und 300 geladenen Gästen ausgerichtet.

Aktivsenioren im Internet

Der immer größeren Verbreitung und Nutzung elektronischer Medien konnten sich auch die Aktivsenioren nicht verschließen. 1998 gab es für die damals 185 Mitglieder erstmals eine eigene E-Mail Adresse, 1999 folgte dann die erste Website: www.aktivsenioren.de.

Mit der Installierung des nur für Mitglieder zugänglichen Intranets wurde es möglich, vereinsinterne Dokumente, Präsentationen, Formulare und Briefvorlagen ins Intranet zu stellen; Schritt für Schritt wurde das gesamte Beratungsgeschäft – vom Auftragseingang bis zum Abschluss des Auftrages – elektronisch abgewickelt. Seit Jahresmitte 2014 wird in allen Regionen die Auftragserfassung und -abwicklung nicht mehr in Papierform, sondern nur noch elektronisch durchgeführt.

Begünstigt wird diese Entwicklung durch die Tatsache, dass die meisten neuen Vereinsmitglieder mit den elektronischen Medien und Prozessen vertraut sind. Diese internet-affinen Mitglieder haben nicht nur die Weiterentwicklung der elektronischen Auftragsverwaltung gestützt, sie stehen auch für Schulung von Mitgliedern und die fortlaufende Modernisierung und Aktualisierung der Website zur Verfügung.

Erschließung neuer Geschäftsfelder

Hand in Hand mit dem ersten Internetauftritt der Aktivsenioren wurden auch neue Geschäftsfelder erschlossen. Das Kerngeschäft bleibt zwar die Beratungstätigkeit, für die Erhaltung der Gemeinnützigkeit und deren Rechtfertigung gegenüber den Finanzbehörden spielen jedoch das Engagement in den Schulen und Hochschulen sowie andere rein sozial ausgerichtete Tätigkeiten eine immer wichtigere Rolle.

1997 nahmen beispielsweise erstmals 29 Aktivsenioren als Prüfer an der Aktion "Umweltbewusster Hotel- und Gaststättenbetrieb" in Bayern teil.
Mit den Trägern dieser Aktion wurde ein Kooperationsabkommen unterzeichnet.

Inzwischen prüfen die Aktivsenioren im zweijährigen Rhythmus alle Festzelte beim Oktoberfest, außerdem viele Hotels, vor allem in der Region des Naturparks Bayerischer Wald.

1999 wurden die Aktivsenioren vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz offiziell zum „Umweltbotschafter Bayerns“ ernannt. Seit 2004 dürfen die Aktivsenioren auch das Logo "Umweltpakt Bayern" im Briefkopf führen. Die Aktivsenioren sind die einzige Institution, die im Auftrag des StMUV diese Prüfungen vornimmt.

Der Beginn der Ausbildungsinitiativen

Mit Vorlesungen zum Thema "Selbständigkeit und Unternehmensgründung" an der Hochschule München machten die Aktivsenioren im Jahr 1998 den ersten Schritt in Richtung Ausbildungsinitiativen.

Diesem Vorbild schloss sich nur kurze Zeit später die Region Oberfranken mit einem Kompaktseminar an der Universität Bayreuth zum Thema "Betriebswirtschaft und Betriebsgründung" an.

Von einem dauerhaften Engagement der Aktivsenioren im Ausbildungsbereich kann aber erst mit dem Beginn der systematischen Betreuung verschiedener Hauptschul-Abschlussklassen (heute Mittelschulen) gesprochen werden. Ziel war es, die Schulabgänger beim Übergang von der Schule zum Beruf zu begleiten und die Suche nach einem Ausbildungsplatz zu erleichtern. Außerdem erwarteten die Schulleitungen, dass die Schüler der Abschlussklassen von der Vorbildfunktion der Aktivsenioren und deren beruflichen Netzwerken profitieren.

In den Regionen München/Umland und Mittelfranken wurden in den Jahren 2004/06 die ersten Programme dieser Art aufgelegt. Die Region Oberbayern Nord schloss sich kurze Zeit später diesem Beispiel an.

In den besonders engagierten Regionen München/Umland und Mittelfranken wurde rasch offensichtlich, dass für das Engagement in den Schulen ein einheitliches Vorgehen und Hilfsmittel benötigt wurden. Das war die Geburtsstunde der "Team-Meetings". Formulare, Prozesse und später auch ein Handbuch für die Aktivitäten in den Schulen wurden erarbeitet. Das Zweier-Team-Modell, anfangs eine reine Schutzmaßnahme für die engagierten Aktivsenioren, erwies sich als Garantie für eine regelmäßige Betreuung der Schüler.

Erfolge dieses Engagements zeigten sich in mehrerer Hinsicht: Es gab deutlich mehr Schüler mit einem Ausbildungsvertrag, außerdem sank die Zahl der Wiederholer und der Umgangston verbesserte sich.

Die Aktivsenioren haben sich in den Schulen zwar einen exzellenten Ruf erworben, gleichwohl fehlen Freiwillige, die sich engagieren wollen. Der Personaleinsatz und zeitliche Aufwand in schulischen Aktivitäten ist hoch; deshalb ist es auch nicht möglich, alle Anfragen zu berücksichtigen.

Seit 2006 steht das Hochschulprojekt "Unternehmensgründung und -führung" an der Hochschule München in neuer Blüte. 11 Aktivsenioren sind dort tätig und feiern immer wieder mit erstaunlich innovativen Gründungsmodellen seitens ihrer Studenten Erfolge. 2012 bewarben sich die Aktivsenioren auch bei dem von der Bosch-Stiftung ausgeschriebenen Wettbewerb "Deutscher Alterspreis" und brachten es bis in die Endauswahl der 10 besten Projekte.

Im Rahmen des "Juniorprojekts" des Instituts der Deutschen Wirtschaft betreuen zwei Aktivsenioren auch Schüler eines Münchner Gymnasiums, die im Rahmen dieses Projekts in wirtschaftlichem Wissen, Teamfähigkeit, Eigenverantwortung und Selbständigkeit geschult werden sollen. Gleich die erste Zusammenarbeit mit einer 10. Klasse des Heinrich-Heine-Gymnasiums in Perlach wurde mit dem ersten Preis im Junior-Landeswettbewerb 2013 belohnt.
Das rege Engagement der Aktivsenioren ist im Wesentlichen das Verdienst von Herrn Schrinner, dem Leiter des Schulteams München. Dank seiner Networking Qualitäten bleiben die Dienste der Aktivsenioren gefragt und es eröffnen sich immer wieder neue Möglichkeiten, jungen Menschen unter die Arme zu greifen.

Weitere Ausbildungsprojekte

Dank einer persönlichen Initiative von Siegbert Rudolph (Region Mittelfranken) entstand während der letzten fünf Jahre das Projekt "Der Lesekoch" (www.lesekoch.de) für die Unterstützung leseschwacher Kinder. Herr Rudolph hat seine vor allem elektronischen Lehrmethoden alleine entwickelt und überarbeitet sie ständig. Da er sie auf seiner Website eingehend dokumentiert, können sie als erfolgversprechende Leseprogramme zur Unterstützung leseschwacher Schüler auch in anderen Regionen bzw. von nicht zu den Aktivsenioren gehörenden Lesepaten genutzt werden.

Nach dem Vorbild des Lesekochs gibt es inzwischen in Mittelfranken auch ein "Mathefit" Programm zur Mathematiknachhilfe in den Mittelschulen. Inzwischen kommt das Programm auch in München zum Einsatz.

Dem Projekt DSM (Die Schulmentoren) der Mittelfranken liegt die Beobachtung zugrunde, dass Schulleitungen häufig mit Managementfragen konfrontiert sind, für die ihnen die Ausbildung fehlt und sie sowohl beim Personalmanagement, als auch bei Organisationsprozessen Hilfe brauchen.

Seit 2014 gibt es in Unterfranken ein Projekt im Rahmen der Ausbildung von Gartenbautechnikern an der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim. Die Aktivsenioren begleiten die angehenden Techniker bei der Erstellung eines Businessplans. Das Projekt wurde mit großem Enthusiasmus aufgenommen. Ähnliche Initiativen in anderen Handwerksbereichen (z.B. Steinmetzschule Aschaffenburg) sollen in der Zukunft weiter ausgedehnt werden.

Bei allen Ausbildungsaktivitäten ist der personelle Einsatz sehr hoch; alle Leistungen werden ehrenamtlich, d.h. weitestgehend ohne finanzielle Kompensation erbracht. Selbst Fahrtkosten und Materialaufwand werden teilweise nicht erstattet.

Neuere Entwicklungen im Verein

Über die Jahre sind aus den jährlichen Mitgliederversammlungen reine Geschäftstermine ohne gesellschaftliches Programm geworden. Dies hat der regen Geschäftstätigkeit des Vereins zwar nicht geschadet, seit 2005 sucht der Vorstand allerdings wieder nach Mitteln und Wegen, den inneren Zusammenhang des Vereins zu stärken. Seither werden in den jeweiligen Regionen gemeinsame Besichtigungen oder auch Vortragsveranstaltungen gefördert.

Neben den zahlreichen Initiativen im Ausbildungsbereich sind auch im eigentlichen Kerngeschäft – den Beratungsaktivitäten – einige neue Pflöcke eingeschlagen worden. Zur Professionalisierung der Beratungstätigkeit wurde ein dreiteiliges "betriebswirtschaftliches Werkzeug" erarbeitet und für alle Mitglieder zugänglich ins Intranet gestellt. Es dient vor allem der Erarbeitung einer professionellen Finanzplanung bei komplexen Beratungs- und Coachingaufträgen. Neuerdings gibt es auch für Existenzgründungen ein einfach zu handhabendes Tool für die Erstellung eines Business-Planes.

Zusätzlich zu den drei Hauptberatungskategorien – Existenzgründung, Unternehmenssicherung und Coaching - versuchen die einzelnen Regionen immer wieder neue Geschäftsfelder zu erschließen; so ist beispielsweise die Expertise bezüglich Insolvenzverfahren in der Oberpfalz so umfassend, dass von diesem Wissen auch andere Regionen profitieren können.
Gearbeitet wird auch an einem Beratungskonzept für Unternehmensnachfolge.
In Oberfranken wird über die Idee nachgedacht, die Aktivsenioren als unabhängige und neutrale Gutachter bei der Vergabe von öffentlichen Mitteln einzusetzen.
In Südostbayern und Schwaben werden erste Ansätze zur Lehrlingsbetreuung mit dem Ziel entwickelt, den vorzeitigen Abbruch der Berufsausbildung zu verhindern.
In Niederbayern werden erste Erfahrungen mit der Betreuung von Langzeitarbeitslosen gesammelt.

Um all diesen Veränderungen Rechnung zu tragen und die breitere gesellschaftspolitische Ausrichtung der Aktivsenioren auch im Außenauftritt zur Geltung zu bringen, wurde in den Jahren 2012/13 der Logo-Zusatz von "Helfer in Wirtschaft und Technik" in "Unsere Erfahrung für Ihre Zukunft" geändert.
In derselben Zeit wurde auch ein neues Leitbild erstellt, das ebenfalls die breitere Ausrichtung des Vereins widerspiegelt.
Auch die Geschäftsordnung wurde der veränderten Vereinswirklichkeit angepasst und die Selbständigkeit der Regionen hinsichtlich ihrer Aktivitäten und der Erschließung neuer Geschäftsfelder gestärkt. Die Gesamtverantwortung für die Finanzen des Vereins, die notwendigen IT-Prozesse sowie den einheitlichen Außenauftritt liegt nach wie vor beim Vorstand und der zentralen Geschäftsstelle in München. 2012 bezog der Verein im "Haus des Stiftens" in Neuhausen eine kleineres und kostengünstigeres Büro, das von Frau Kircher geleitet wird.

Überall in den Regionen ist das Bemühen offensichtlich, durch intensive Kontaktaufnahme zu und Networking mit den verschiedensten Verbänden, öffentlichen und privaten Institutionen den Bekanntheitsgrad der Aktivsenioren zu erhöhen und die Aktionsfelder zu verbreitern. Intensiviert wurde vor allem die Zusammenarbeit mit dem BDS, dessen Mitglied die Aktivsenioren schon seit dem Jahre 2003 sind. Seit Ende 2013 veröffentlichen die Aktivsenioren regelmäßig in der BDS online-Kolumne "Der Ratgeber" kleine Erfahrungsberichte, die auf großen Zuspruch stoßen. Die Autoren dieser Kolumne stammen bisher noch ausschließlich aus der Region München/Umland.

Bei der Vorstandswahl 2013 wurde mit Helga Retsch-Preuss auch erstmals eine Frau in den Vorstand der Aktivsenioren gewählt. Sie verantwortet u.a. das IT Dossier des Vereins.
Die Mitgliederzahl der AKTIVSENIOREN BAYERN e.V. lag 2014 bei 332 Mitgliedern, darunter 23 Frauen.


Ehrungen

1988 wurde der Verein für seine Unterstützung beim bundesweiten Aufbau von "Alt hilft Jung" mit der Konrad-Adenauer-Medaille ausgezeichnet.

1994 erhält Gründungsmitglied Dr. Heinz Herrmann zum zehnjährigen Bestehen des Vereins das Bundesverdienstkreuz.

2000 wird Wolfgang Laue vom Bayerischen Wirtschaftsminister die Bayerische Umweltmedaille verliehen.

2003 erhält Dr. Rasso Bauer aus Rosenheim das Bundesverdienstkreuz.

2004 überreicht MdB Frau Dagmar Wörth dem Regionalleiter Mittelfranken, Klaus Peter Nachtweh, einen Ehrenpreis für vorbildliches ehrenamtliches Engagement.

2004 wird Oskar Klier zum Botschafter des Umweltpaktes Bayern ernannt.

2006 wird Kurt Opfermann für seine herausragenden Dienste als ehrenamtlicher Ausbildungsplatzakquisiteur vom Bayrischen Sozialminister geehrt.

2007 wird Hildegard Ertel mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 2011 wird sie zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.

2009 werden die Herren Gause und Walterspiel für ihre besonderen Verdienste für die AKTIVSENIOREN BAYERN e.V. zu Ehrenmitgliedern ernannt.

2009 erhält Kurt Opfermann den Ehrenwertpreis der Stadt Nürnberg.

2010 werden die AKTIVSENIOREN BAYERN e.V. für ihr ehrenamtliches Engagement von Professor Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D. ausgezeichnet.

2013 erhält Hansjoachim Blum die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland.

2014 werden die Vereinsmitglieder Wietzke und Richter zu Umweltbotschaftern Bayerns ernannt.


30 Jahre AKTIVSENIOREN BAYERN e.V.

Im Mai 2015 haben die Aktivsenioren ihr 30-jähriges Jubiläum im Rahmen eines kleinen Festakts im Beisein von Emilia Müller, Bayerische Staatsministerin für Soziales, Arbeit, Familie und Integration, in den Räumen der Stadtsparkasse München gefeiert. Zahlreiche Gäste und viele Freunde und Förderer der Aktivsenioren waren der Einladung gefolgt. Staatsministerin Müller würdigte das ehrenamtliche Engagement der Senioren und ihren wertvollen gesellschaftspolitischen Beitrag.

Qualitätskontrolle und Fortbildungen

Um die hohe Qualität der Beratungstätigkeit auf Dauer zur erhalten, haben einige Regionen schon seit Jahren eine Qualitätskontrolle eingeführt. Nach jeder abgeschlossenen Beratung wird der Klient von dem „Qualitätskontrolleur“ kontaktiert und um eine Stellungnahme gebeten. In der Regel fallen die Bewertungen gut aus, Beanstandungen sind selten.

Der Qualitätssicherung dienen auch die Fortbildungen, Seminare und Workshops, die der Verein während der letzten zwei Jahre vermehrt seinen Mitgliedern anbietet. Die Aktivsenioren wollen mit diesen Weiterbildungen sicherstellen, dass ihr Wissen in den verschiedensten Fachgebieten dem neuesten Stand entspricht. Wichtig ist auch, moderne Entwicklungen nicht zu verschlafen, sondern das Fachwissen diesbezüglich anzureichern. In diesem Zusammenhang nutzt der Verein auch vermehrt elektronische Kommunikationsmittel (wie z.B. Skype oder Teamviewer), um auch Mitglieder aus entfernteren Regionen in die Schulungsprozesse einzubinden.

Spendenaktion 2015

Auf Drängen der Finanzbehörde musste der Verein im Jahre 2015 den größten Teil seines Vermögens – dieses resultierte im Wesentlichen aus den Beratungstätigkeiten in den neuen Bundesländern während der Jahre 1990-1996 – an andere gemeinnützig tätige Vereine spenden. Nach den gesetzlichen Vorgaben ist ein gemeinnütziger Verein dazu verpflichtet, finanzielle Rücklagen, die über eine bestimmte Höhe hinausgehen, "zeitnah" für gemeinnützige Zwecke zu verwenden; andernfalls droht dem Verein der Verlust der Gemeinnützigkeit.

Nach eingehenden Beratungen beschloss der Vorstand, die mit dem Finanzamt ausgehandelte Spendensumme gleichmäßig auf alle zehn Regionen zu verteilen und den Regionen selbst die Auswahl der begünstigten Institutionen zu überlassen. Der Vorstand legte allerdings fest, dass die Spenden vor allem für die Förderung von Jugendlichen und zwar vorzugsweise aus sozial benachteiligten Verhältnissen verwendet werden sollen.

Die Spendenaktion fand ein recht großes mediales Echo, hat sich nach ersten Erkenntnissen allerdings weder in einer Erhöhung der Mitgliedszahlen noch einem merklichen Anstieg der Beratungsaufträge niedergeschlagen.

Neuer Finanzvorstand

Anlässlich der Mitgliederversammlung 2015 wurde Günter Stodiek in den Vorstand gewählt. Er übernimmt das Ressort Finanzen von Franz Griesser, der seine Vorstandstätigkeit nach nur zwei Jahren aus persönlichen Gründen beendet hat. Unter der Ägide von Günter Stodiek hat sich der Verein dazu entschieden, statt der aufwendigen Bilanzierung zu einer einfachen Einnahmen- Ausgaben Rechnung überzugehen. 

 Modernisierung der Website

Zum Jahresende 2015 wird der aus dem Jahr 1998 datierende Internetauftritt der Aktivsenioren erstmals umfassend modernisiert. Unter der Federführung von Eugen Volbers und Rudolf Scholze, Aktivsenioren aus Unterfranken bzw. Oberfranken, und der tatkräftigen Unterstützung des IT-Arbeitskreises unter Herrn Schneider ist diese Neufassung und Modernisierung weitestgehend in Eigenregie erfolgt. Die Website kann nun auch auf mobilen Geräten gelesen werden und präsentiert den Verein moderner, lockerer und jünger!

Das nur den Mitgliedern zugängliche „Intranet“ bleibt dagegen unverändert; ebenso der gesamte Prozess der Auftragsverwaltung, dessen Modernisierung ebenfalls im Jahr 2015 abgeschlossen worden ist. Die gesamte Auftragsverwaltung kann nunmehr ohne Papier, rein elektronisch abgewickelt werden. Neu ist auch, dass die Mitglieder in ihren elektronischen Profilen ihre Kompetenzen eintragen und die Klienten Einsicht in das Kompetenzprofil des Gesamtvereins nehmen können. Die Nachfrage nach Kompetenzen seitens der Klienten kann elektronisch mit den angegebenen Kompetenzen der Mitglieder abgeglichen werden. Zur Schließung eventueller Kompetenzlücken werden gezielt Schulungen angeboten oder nach neuen Mitgliedern gesucht, die diese Lücken ausfüllen können.

Neu im Intranet ist das sogenannte Forum, in dem alle wichtigen Arbeitsunterlagen, Links zu anderen Wissensbanken, Verbindungen zu Kooperationspartnern und andere nützliche Ressourcen aufgelistet und abrufbar sind. Den Grundstock für diese Wissensdatenbank haben die Herren Schrinner, Burkhard und Schubert schon vor einigen Jahren gelegt, viele andere haben Beiträge geleistet oder durch ihre Kommentare Anregungen zur Verbesserung oder Ergänzung geliefert. Dr. Korff hat diese Wissensbank jetzt neu gestaltet und strukturiert und die vorhandenen Informationen einschließlich der BWL-Werkzeuge auf den neuesten technischen Stand gebracht. Das Forum wird von ihm verwaltet, er bietet für die Nutzung des Forums auch die entsprechenden Schulungen an.

Pilotprojekt Facebook

Im Frühjahr 2016 wurde auf Anregung der Region Mittelfranken der Sprung in die sozialen Medien gewagt. Der Facebook Auftritt ist von der Region Mittelfranken gestaltet und wird auch dort gepflegt. Vorerst handelt es sich nur um ein regionales Pilotprojekt, um Erfahrungen zu sammeln. Über eine mögliche Ausweitung auf den Gesamtverein bzw. eine Ausdehnung auf die anderen Regionen soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.  

Geschäftsmodell-Analyse

In der Region München/Umland ist von den Mitgliedern Becker und Heiss ein neues Beratungstool, die sogenannte Geschäftsmodell-Analyse entwickelt worden. Diese ist in allen Lebensphasen eines Unternehmens anwendbar und erlaubt einen ganzheitlichen, systematischen Überblick über das Zusammenwirken aller Unternehmensbausteine. Gleichzeitig werden die Stärken und Schwächen des Unternehmens aufgedeckt und realistische Ansätze für eine mittelfristige Stärkung des Unternehmens aufgezeigt.

Im Führungskreis des Vereins ist die Geschäftsmodell-Analyse, die in allen Regionen vorgestellt wird, mit großer Zustimmung aufgenommen worden. Das Interesse der Kunden ist groß, erste Beratungsanfragen sind vielversprechend.

Alle Mitglieder, die sich für Beratungen im Sinne der Geschäftsmodell-Analyse interessieren, werden mit dem Thema vertraut gemacht und intensiv geschult. Gleichzeitig werden auch potentielle Kunden in speziellen kostenpflichtigen Seminaren in die Geheimnisse des neuen Tools eingeführt. Auch die Gründung einer "Aktivsenioren Akademie"wird vorangetrieben, in der alle zukünftigen Schulungen gebündelt werden sollen. Es ist die Absicht des Vereins, in Zukunft Gelder aus Coaching Aufträgen in die Schulung und Weiterbildung der eigenen Mitglieder zu stecken, um eine Beratung auf nachhaltig hohem Niveau anbieten zu können.

Vorstandswahl am 26. April 2017

Die Mitgliederversammlung hat einstimmig Reinhold Heiß(München/Umland), Hans-Joachim Schneider(Oberbayern SW) und Gerhard Weiß(Oberbayern Nord) zum neuen Vorstand gewählt. Eine Wiederwahl des alten Vorstands war nicht möglich, da dieser 2015 beschlossen hatte, alle Wahlämter auf maximal zwei Amtszeiten von je zwei Jahren zu beschränken. Neben den Vorständen trifft diese Beschränkung auch die Regionalleiter.

Reinhold Heiß, bisher Regionalleiter von München/Umland, übernimmt den Vorstandsvorsitz;

Hans-Joachim Schneider ist zugleich Schriftführer und Hauptverantwortlicher für die Organisierung und die Optimierung der IT-Prozesse; und

Gerhard Weiß übernimmt als Finanzvorstand die Verantwortung für das Finanzressort.

Aufbauend auf den Erfolgen der Vergangenheit hat sich das neue Führungsteam unter dem Motto "Fokus 2020" zum Ziel gesetzt, die Effektivität des Vereins weiter zu erhöhen. Hand in Hand mit der Entwicklung neuer Projekte und der konsequenten Fortbildung der Mitglieder soll die Beratungsqualität erhöht und die regionale Zusammenarbeit zwischen den 10 Regionen intensiviert werden. Heiß will darüberhinaus den Verein durch sinnvolle Kooperationen stärken und gleichzeitig sicherstellen, dass die Zufriedenheit der Mitglieder zunimmt,  die gemeinsamen Werte gestärkt werden und die Vereinsmitglieder solidarisch für einander einstehen. Weiß will sich neben dem Finanzgeschäft vor allem für die Stärkung des Markenkerns der AKTIVSENIOREN BAYERN e.V. einsetzen. Für Schneider steht die Integration der IT-Anforderungen - hier vor allem aus der Industrie 4.0 - in die Beratungsaktivitäten des Vereins im Mittelpunkt seiner Vorstandsarbeit.  

 

Stand 1. Mai 2017

Carola Kaps