In der Region Mittelfranken wird auf der Basis des Computer gestützten Leseprogramms "Der Lesekoch" seit dem Jahr 2009 in ausgewählten Schulen gezieltes Lesetraining für leseschwache Schüler angeboten.

Alleiniger Initiator dieser Leseinitiative ist Aktivsenior Siegbert Rudolph, der an sich im Ruhestand unbedingt das Kochen erlernen wollte, sich dann aber vollkommen auf die Erstellung eines Leseprogramms für leseschwache Kinder und Jugendliche konzentrierte; selbst Legastheniker lernen mit seiner Methode lesen. Seine erste Schülerin, die in der Abschlussklasse der Mittelschule die Berufsanzeigen nicht richtig lesen konnte, wurde so erfolgreich von ihm unterstützt, dass sie zum Schulabschluss einen Ausbildungsvertrag als Mechatronikerin einer großen Firma in der Tasche hatte.

Im Mittelpunkt seines Programms steht der Computer, da Rudolph der Überzeugung ist, dass Kindern das Üben mit und am Computer mehr Spaß macht. Mit Hilfe des Computers werden leseschwache Kinder langsam Silbe für Silbe zum Wort, Satz und schließlich zum zusammenhängenden Lesen gebracht und erfahren dabei so viele Erfolgserlebnisse, dass sie mit wachsendem Selbstvertrauen Freude am Lesen entwickeln. Selbst für ganz schwache Leser gibt es Computer-Übungen, wo per Klick eine einzige Silbe angezeigt wird und der Schüler Schritt für Schritt das Wort zusammensetzen kann.

Lesekoch Rudolph feilt ständig an seinem Programm und fügt immer neue Artikel, Lese- und Verständnisübungen, aber auch Hörbücher und Leseübungen für schwierige Wörter hinzu. Sein Konzept beruht auf der Erfahrung, dass alles was für den Lernenden schwierig ist, vereinfacht und zerlegt werden muss. Durch ständiges Üben, Wiederholen und Vertiefen stellt sich mit der Zeit dauerhafter Erfolg ein.

Allerdings – und dies gibt er unumwunden zu – braucht es Geduld, eisernen Willen und die richtige Motivation.

Jeder Schüler erhält Einzelunterricht und zwar in der Regel 1,5 Stunden pro Woche. Geübt wird so lange, bis deutliche Fortschritte hörbar werden; das Training wird individuell auf jeden Schüler ausgerichtet. Die Lesepaten haben für jeden Schüler Verständnis, freuen sich über kleinste Fortschritte, machen Mut, geben Zuversicht und schaffen insgesamt eine positive Atmosphäre. Übung macht zwar den Meister, aber Rudolph weist darauf hin, dass es darauf ankommt, richtig zu üben. Das geht am besten mit einem Lesetrainer, der motiviert und darauf achtet, dass auch richtig gelesen wird.

Inzwischen wird Rudolph von zahlreichen Lesetrainern unterstützt, die alle mit seinem Leseprogramm arbeiten. Zahlreiche Schulen im Raum Nürnberg kooperieren mit dem Lesekoch. Von Schulleitern und Lehrern kommt begeisterte Zustimmung. Sogar Schüler heuern inzwischen als Lesetrainer an, um anderen Schülern unter die Arme zu greifen. Herr Rudolph hat sein Projekt bereits beim deutschen Legastheniker Kongress vorgestellt und ist selbst Mitglied des Bundesverbands Legasthenie. „Unsere Jugend – so begründet er sein Engagement- ist die Zukunft unserer Gesellschaft. Keiner darf verloren gehen. Gerade im Hinblick auf die demographische Entwicklung können wir es uns nicht leisten, Jugendliche aus der Schule zu entlassen, die nicht lesen können“.

Weitere Informationen unter www.der-lesekoch.de 

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